AW: Linux oder Windows??
Also ich habe bislang immer den Weg mittels Upgrade beschritten. Lediglich einmal habe ich das (Ubuntu-) System komplett neu aufgesetzt, das war beim Wechsel von 32bit auf 64bit (da gibt es keine Möglichkeit zum Upgrade) - das ist aber schon ein paar Jahre her. Davor hatte ich Debian (sowohl auf dem Intranet Server, als auch auf dem Desktop), aber irgendwie waren mir dann mit der Zeit die Pakete zu alt, die ganzen neuen, interessanten Sachen musste man sich irgendwie zusammensuchen oder selbst kompilieren, deswegen bin ich dann irgendwann zu Kubuntu gewechselt. Mit KDE 4.0 und dem Wegfall von KDE 3.5 bin ich dann bei awesome wm gelandet, weil KDE 4 mir zwar schon teilweise zusagte, aber auch manche Sachen mir nicht gefielen, außerdem lief es zumindest am Anfang auch nicht wirklich gut auf meinem Rechner - was vermutlich zum Teil an der Upgrade Problematik lag, da sind sicherlich einige Einstellungen und Altlasten aus KDE 3.x Zeiten die vom Upgrade-Script nicht berücksichtigt / bereinigt wurden oder Pakete die beim Upgrade ausgelassen werden, bei der Neuinstallation aber dabei sind, usw.
Insgesamt kann ich sagen, dass es bislang noch nicht ein Upgrade gab, bei dem es nachher nicht irgendwelche Probleme gab. Neben der KDE Problematik (die hauptsächlich zu Lasten von KDE geht, wobei Ubuntu hätte die unfertige Version auch nicht unbedingt ins Programm nehmen müssen), wurde zwischenzeitlich der Grafiktreiber auf nouveau umgestellt, der zwar ganz nett ist (vor allem die Möglichkeit ohne Verzögerung zwischen Textkonsole und X-Windows umzuschalten), aber zum Zeitpunkt der Umstellung, bzw. bis heute keine vernünftige 3D Unterstützung besitzt. Was zur Folge hatte, dass man plötzlich keine Spiele mehr starten konnte - also starten schon, aber da die 3D Grafik durch die CPU berechnet wurde, war das ein sehr ruckeliges Vergnügen mit Frameraten im unteren einstelligen Bereich. Erst das manuelle Umstellen auf den Nvidia Treiber hat die Situation verbessert.
Andere Beispiele sind nicht bootende Kernel, Probleme mit dem Soundsystem (aktuell [11.04] blockiert ein im Browser geladener Flash Player die Soundausgabe des Systems, so dass man keine Filme/Videos mit mplayer oder vlc angucken kann, man muss erst den Flashfilm entladen, dann geht es plötzlich), usw.
Ob eine Neuinstallation diese Probleme reduziert / umgangen hätte, wird man vermutlich nie erfahren
Der Unterschied zwischen System neu aufsetzen und Upgrade dürfte der sein, dass man bei einer Neuinstallation weiß, dass man alles neu einstellen, .conf kopieren, Software Pakete neu auswählen muss, usw. Bei einem Upgrade weiß man das vorher nicht so genau, denn das Meiste wird zwar übernommen und funktioniert, aber irgendwelche Haken und Ösen gibt es dann doch, und man muss sich mit Problemen auseinandersetzen die Neuinstallierer nicht haben.
Bei beiden kommt dann noch hinzu, dass man sich mit den neuen Softwareversionen anfreunden muss.
Ein Wechsel von Ubuntu zu Mint oder Debian ist im Grunde wie eine Neuinstallation. Da die Systeme sich sehr ähneln (wegen der Debian-Wurzeln) dürfte sich für den Admin nicht viel ändern, die Dateien und Verzeichnisse sind höchstwahrscheinlich fast vollständig an den selben Positionen zu finden. In wie weit man aber seine Config-Dateien aus dem /etc oder /home Verzeichnis mitnehmen kann, hängt dann allerdings von den einzelnen Programmversionen ab, die dann je nach Alter bestimmte Optionen noch nicht oder nicht mehr unterstützen könnten. Es kann auch sein, dass die Gnome / KDE Einstellungen des Altsystems dazu führen, dass sich die erwünschte Verbesserung nicht einstellt (das kann man gfs. mit einem frischen, neuen Benutzeraccount überprüfen).
Sinnvollerweise macht man vorher ein Backup (zumindest von /home und /etc) oder nutzt gleich eine neue Platte.