nunja ist schon etwas komplizierter zu erkären....
Generell eignet sich die komplexe Rechnung für die Berechnung von Werten innerhalb eines Wechselstromkreises.
Um einen Tick weiter auszuholen: Es gibt 3 verschiedene Komponenten, aus denen Schaltungen zusammengebaut werden können:
1. der klassische Widerstand
2. Kondensatoren
3. Spulen
Unter Gleichstrom haben diese Komponenten die bekannten Eigenschaften. Widerstände sind allgemein bekannt als Spannungsteiler, Kondensatoren speichern Ladung und Spulen sind unter Gleichstrom normale Widerstände.
Unter Wechselstrom allerdings passiert folgendes:
Widerstände behalten ihre Fähigkeiten und reagieren identisch.
Spulen und Kondensatoren werden zu induktiven / kapazitiven Blindwiderständen. Dabei werden Strom und Spannung jeweils um 90° Phasenverschoben (bei Induktion = Spule um -90° und bei kapazitiven = Kondensatoren um +90°).
Der Blindwiderstand einer Spule berechnet sich nach der Formel: 2*pi*f*L (kurz XL), der eines Kondensators ist 1/(2*pi*f*C) (kurz 1/XC). L und C stehen für die Induktivität, bzw. Kapazität gemessen in Henry und Farad.
Wenn man jetzt ein Netzwerk berechnen will, dann hat man das Problem, daß man normale Widerstände und Blindwiderstände nicht einfach addieren kann, da sie ja nicht in die selbe "Richtung" gehen. Man kann ja z.B. den Blindwiderstand einer Spule nicht messen, weil ein normales Meßgerät selbst mit Gleichstrom arbeitet, man mißt dann nur Mist, bzw. lediglich den "Real"-Anteil des Widerstandes / Spule.
So jetzt kommen die komplexen Zahlen ins Spiel: Da die komplexe Zahlen ebenfalls eine Ebene bilden (zusammen mit den normalen / reellen Zahlen), hat man sich dies zunutze gemacht und die Widerstände / Ströme / Leistungen / Spannungen ebenfalls in die komplexe Ebene transferiert.
Eine ideale Spule (d.h. eine ohne Real-Widerstand) hätte demzufolge einen Blindwiderstand von j*XL, ein idealer Kondensator ist 1/(j*XC), bzw. -j*XC (da 1/j = -j).
In der Realität gibt es natürlich keine idealen Spulen oder Kondensatoren, d.h. sie haben immer noch einen Real-Anteil. Aber Dank den komplexen Zahlen ist dies ja auch kein Problem mehr: x - j*XC oder x + j*XL ist dann der Gesamtwiderstand der Spule / Kondensator. Der Scheinwiderstand des Objektes ist dann SQRT (x² + XC²), den Winkel der Phasenverschiebung kann man dann mittels der arctan Funktion rausfinden.
Wenn man diese Grundlagen begriffen hat, dann kann man nun beliebig komplexe Schaltungen ausrechnen, indem man die gleichen Methoden anwendet, wie bei Gleichstrom, d.h. bei Reihenschaltung werden die Werte einfach aufaddiert, bei Parallelschaltung die Kehrwerte addiert. Am Schluß erhält man, wie bei der Berechnung von Gleichstromwiderstandsnetzwerken einen Ersatzwiederstand für die Schaltung.
So soweit habe ich das noch irgendwie zusammengekriegt... ich hoffe mich schlägt jetzt keiner, weils völlig falsch ist.... Kasi?!?
[edit]und wer hat eigentlich das Eingabefeld für die Posts kleiner gemacht???[/edit]