Das Ende des Internet

Ups, stimmt ja. Ich war schon bei Mittwoch. Warum schreiben die dann nicht wurde heute gelöscht, oder am heutigen Dienstag gelöscht? *leichteverwirrungserscheinungenzeigt*
 
@mani

na weil die meldung auch nach 5 monaten gelsen werden wird und da wäre es meinesachtens journalistisch unkorrekt wenn man heute schreibt auch wenn heute der 02.03.2004 ist wo ich die nachricht lese.
 
Hmmm, ob ich nach 5 Monaten noch weiß, welches ein Dienstag war und welches nicht? Aber ich denke, Du hast recht, wenn es mir auch nicht unbedingt logisch erscheint.
 
Tiscali schneidet aber auch nicht gut ab...


Die lassen allerdings nichts löschen. Bis jetzt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Freenet-Geschichte ist ja echt mies!
Besonders wenn man sich im Chefduzen-Forum mal den entsprechenden Thread ansieht, weiß man, was es heißt, einen scheiß Job zu haben.

Und wenn man dazu noch die entsprechndenden Seiten (und Links) im Telepolis durchliest, dann wünscht man sich doch, dem entgegenwirken zu können.

Jonas

Ich hoffe die Diskussion wird an dieser Stelle weiter fortgeführt...
 
meine kurze Stellungnahme

Tja, ich denke der Zug fährt, und egal was freenet nun so angestrengt versucht. Der Ruf ist ziemlich öffentlich ziemlich versaut.
Wer soll dafür zur Rechenschaft gezogen werden? Eine Wiedergutmachung gibt es eh nicht. So wie es scheint ist der Aufschrei einiger Mitarbeiter nicht unberechtigt, find ich schon richtig, wenn freenets Lobby dadurch sinkt.

Aber damit ist es nicht getan. Das Problem liegt doch tiefer in unserer Gesellschafts- und Wirtschaftsstruktur begraben.

Ich hab das Bedürfnis meinen Text loszulassen.
Jene die lieber für nen Hungerlohn arbeiten als auf der Straße zu sitzen, haben durchaus mein Verständnis.
Und ich bin überhaupt nicht der Meinung das dies dumme Leute sind.
Hingegen halte ich von den Subjekten, die wissentlich lieber Arbeitslosengeld/Sozialhilfe kassieren als zu arbeiten, gar nichts und denke das diese einer absolut unteren sozialen Schicht angehören, die ich nicht mit meinen Beiträgen noch unterstützen möchte. Schwierig nur zu prüfen und zu entscheiden wer gehört dazu und wer nicht. Ich glaube das Prüfungs- und Kontrollverfahren durch die öffentlichen Insitutionen kostet uns im Endeffekt jeden Einzelnen eine Menge Geld und Zeit.
Diesen Aufwand, dieses Tätigkeitspotential und das Geld könnte man effektiver einsetzen um das Arbeiten attraktiver zu machen, Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen (Was wiederum nur dann geschieht, wenn es sich auch für den Arbeitgeber lohnt). Es gibt ausreichend Bedarf an Dienstleistungen in dieser Gesellschaft. Was wird aber gemacht? Sich zu tode gespart, Leistungen und Subventionen werden gekürzt wo man nur kann. Da beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Diese Schraube kann sich nur weiter nach unten drehen.

Ich erwarte keinen Vollversorgungs-Staat, ich habe gelernt, der Staat, das sind wir, das bin ich. Also wenn ich mich hinsetze und gar nichts tu, dann krieg ich auch nichts, dann kann ich auch nichts erwirtschaften. Lebte ich auf einer einsamen Insel würde ich mit dieser Einstellung sterben. Es ist also notwendig, Maßnahmen zu ergreifen, das die Leute merken, sie müssen in den Kreislauf etwas einbringen um für sich etwas herauszuholen.

Weiterhin bin ich der Meinung, das Langzeitarbeitslose zu Arbeiten 'zum Wohle der Allgemeinheit' herangezogen werden müssen um wenigstens einen Betrag ihrer Sozialempfänge zu erwirtschaften.
Das Ganze ist natürlich ein sehr komplexes Thema und ich kann nicht aus dem Stegreif ein Lösungsmodell schütteln.

Aber zurück zum Thema Ausbeutung von Arbeitnehmern:
Der Knackpunkt liegt einfach darin, das durch diese existenzielle Notwendigkeit der Menschen solche Jobs anzunehmen, Tür und Tor für Ausbeutung geöffnet wird.
Ob das Unternehmen nun freenet heisst oder ein kleines bzw. mittelständisches Unternehmen ist. Das Mißverhältnis ist überall das Gleiche.
Die in Hochglanzmagazinen angezeigten gut bezahlten Arbeitsplätze mit modernem Management, wo sowohl der Arbeitnehmer viele Vorzüge geniesst als auch der Arbeitgeber zufrieden mit Leistung und Umsatz ist, weil ja gut und positiv motivierte Arbeitnehmer mehr leisten, ist mir in meiner 18-jährigen Berufslaufbahn nicht begegnet.

In den meisten Betrieben herrscht Diktatur, Mobbing von oben nach unten und umgekehrt.
Hier werden psychologische Menschenkenntnisse ausgenutzt und Mitarbeiter gegeneinander ausgespielt um die Leistung des Einzelnen auf ein Maximum zu treiben.
Bricht einer zusammen oder muckt auf oder versucht gar eine Lobby für Gerechtigkeit zu gründen, wird es 1. garantiert Einen geben, der das meldet und zweitens wird die Geschäftsleitung versuchen diesen Mitarbeiter zu stoppen, entweder durch Peitsche oder durch Zucker.
Und das klappt meistens. Ab und an muß halt mal einer ganz raus wenn es zu unbequem wird.

Ich habe mich schon immer darüber geärgert und auch entsprechend geäußert, das man doch als Einzelperson, ggf. Familienernährer, am Gängelband hängt.
Einer Firma macht es nichts aus, fliegt einer raus, stehen viele neue vor der Tür.
In Amerika gibt es dieses hire and fire System schon seit langem.

Die Einzelperson ist jedoch persönlich existenziell von ihrem Einkommen abhängig. Das wird um so schlimmer, desto mehr Verantwortung und finanziell Abhängige man hat durch Familie und alle finanziellen Verpflichtungen die damit zusammenhängen.

Also Hurra, liebe Ausbeuter der Existenzen, ihr könnt fleißig so weitermachen, denn ihr werdet immer Futter bekommen.

Es gibt kaum Jemanden oder eine Firma, der sein wirtschaftliches Denken hinter volkswirtschaftliche bzw. soziale Ziele zum Erhalt unserer Gesellschaft stellt.

Kann ja auch nicht, weil unser gesamtes System nur auf eins abzielt. Profit Profit Profit.
Und es wird sich erst irgendwas bewegen, wenn gar nichts mehr läuft.

Aber keine Bange, es sind Menschen am Werk, und die werden aus ihrer rein gewinnträchtigen egoistischen und habgierigen Veranlagung heraus, auch nach einem totalen Zusammenbruch wieder den gleichen Weg gehen.

Nun ja, ich komme vom Detail immer wieder ins Grundsätzliche, aber so ist das.

Um also eine wirklich Grundlegende Änderung der Verhältnisse zu schaffen fehlt es uns Menschen glaube ich generell an der Fähigkeit dazu.

Ich bin keineswegs resigniert, arbeite mit überproportionalem Einsatz um des Erfolgs an der Sache und denke das machen viele Andere ebenso.

Mögliche Wege zur Veränderung der Situation wären sehr komplex und in einem Zug nicht realisierbar.

Zumindest finde ich es richtig und wichtig, das ein öffentlicher Austausch über diese Themen stattfinden kann und stattfindet, die Mauer ist schließlich auch nicht gefallen, weil die Leute weiter geduckmäusert haben. Und ich bin sehr dafür, wenn Ungerechtigkeit und Ausbeutung öffentlich an den Pranger gestellt wird. Solche Firmen sollen von mir aus vom Markt verschwinden, welchen Namen sie auch immer haben mögen.

Das hab ich auch beim Chefduzen geposted, damit sich das lange geschreibe auch lohnt. Eigentlich wollt ich arbeiten, stattdessen hab ich mir die Augen wundgelesen.
 
@bine: Das Thema scheint Dich besonders tief zu beschäftigen. Mich übrigens auch. Hier gibt es auch noch einen interessanten Artikel dazu.

@all: Hat jetzt jemand "Das Ende des Internet" gelesen? Das war ja das eigentliche Thema dieses Threads.
 
in der Tat, weißt du mein Denken ist meist lösungsorientiert und dafür (also für den grundätzlich möglichen besseren gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Weg) hab ich noch keine Lösung gefunden.

Aber heut les ich nicht mehr, bin grad abgeholt.
 
Das ist ja mal wieder nur zu typisch für den Konzern:

Kommt man mit den Problemen, die man sich selbst eingebrockt hat, nicht mehr zurecht, holt man sich einfach einen Anwalt und klagt. Deswegen ist man zwar nicht mehr im Recht, die meisten Privatpersonen schrecken bei Summen um die 100.000 Euros aber dann doch zurück. Und sei es nur um den 1000 Euro Mahngebühren zu entgehen - bei entsprechenden Geldstrafen muss Otto Normalverdiener irgendwann zwangsläufig kapitulieren.

Jonas
 
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