1. Treiber schreibt nicht Microsoft sondern die Hersteller. Diese hatten fast ein Jahr Zeit ihre Treiber für Vista anzupassen (Betas, Release Candidates). Dass sie das nicht getan haben ist allein ihre Schuld. Dafür kann Microsoft nichts.
Und Microsoft kann auch überhaupt nichts dafür, dass sich die Schnittstelle für die Treiber plötzlich so gravierend geändert hat, dass die alten Treiber gar nicht mehr verrwendet werden können, sondern im Grunde komplett neu geschrieben werden müssen?
Ich will jetzt die Hersteller nicht völlig in Schutz nehmen, aber was Microsoft nicht bedacht hat, ist, dass die Codebasen der Treiberhersteller i.d.R. durch die Jahre und Versionen hinweg zu einem riesen Haufen an altem Code, Schrott, Kompatibilitätshacks, usw. angewachsen sind. Die Hersteller legen ihren primären Augenschein natürlich auf die Hardware, die wenigen Softwarefrickler integrieren die neuen Features dann schon irgendwie. Da aber meist keine Zeit, Geld oder Ressourcen für eine lange nötige Komplettüberholung des Codes ist, wird der Code gepatcht und erweitert und wächst immer weiter an.
Mista würde eine solche Komplettüberholung erfordern, aber wer zahlt das?
Und selbst wenn das passiert, so wird ein kompletter Rewrite möglicherweise jahrelange Erfahrung, die in die Sourcen des alten Codes eingeflossen ist, wieder auf Null zurücksetzen, was dann wieder für sehr instabile und fehlerbehaftete Treiber sorgt.
Und das alles für ein Betriebssystem, dass 2009 schon wieder durch was neues ersetzt werden soll? Zwei Jahre sind bei weitem nicht genügend Zeit, um die Entwicklungskosten für die Neuentwicklung der Treiber rauszuholen.
Die Entwicklungsmodelle und -zyklen der Hardwarehersteller sind nicht darauf ausgelegt in so schnellen Abständen das Rad neu zu erfinden, das hat Microsoft verschlafen und vielleicht werden sie es irgendwann merken.
2. Apple schert sich kein bisschen um Kompatibilität. Dort heisst es: Neues Betriebssystem --> neue Programme. Hier sollte sich eigentlich jeder Windows-User freuen. Die meisten Programme funktionieren nämlich.
Einerseits wird von Microsoft erwartet ein Betriebssystem zu bringen das Tonnen von Neuerungen bringt, aber andererseits soll es natürlich völlig Kompatibel sein und selbst Programme für Windows 3.1 unterstützen.
Das neueste Apple OSX kann ich aber dafür auch auf einem sechs Jahre alten Mac installieren und _benutzen_. Mach' das mal mit Mista, ich wette das scheitert schon beim _installieren_.
Und was ist falsch an der Forderung, dass alte Software von mir aus auch Windows 3.1 Programme noch laufen muss? Es gibt Firmen, die haben ihre WaWi Software noch unter DOS laufen. Bei Mistas Hardwareanforderungen sollte es kein Problem die alte Umgebung zu emulieren oder einen echten Kompatibiltätsmodus zu bauen, der einfach das alte OS virtualisiert...
Microsoft hat schließlich Virtualisierungssoftware im Hause, die soweit ich mich erinnere, auch kostenlos abgegeben wird. Microsoft hätte hier Pionierarbeit leisten können, indem sie eine nahtlose, für den Benutzer nicht spürbare Integration der Virtualisierung eingebaut hätte, zumindest, was die Einfachheit der Bedienung angeht, aber dazu hätte man ja was Innovatives leisten müssen (eine Anforderung, die man von Microsoft nicht erwarten sollte, und die man höchstens in deren Marketingabteilung vorfindet).
3. Zum Video: Na klar läuft Vista nicht wenn das System noch nicht kompatibel ist. Ich würd auch zuerst denn Upgrade-Advisor laufen lassen, sehen dass es nicht geht und dann trotzdem upgraden. Das ist wie beim über die Strasse gehen: Oh da kommt ein fetter Truck... Dann lauf ich mal los. Treiber sind nicht einfach kleine Progrämmchen sondern die Schnittstelle zwischen Hard- und Software. Na klar gibts da Blue-Screens wenn falsche Treiber installiert werden.
Und Du glaubst Joe Everybody benutzt vor dem Upgrade diesen "Advisor", um auf seinem fast neuen Rechner Mista zu installieren? Selbst wenn, dann wird er sich sagen: "wird schon gehen" und es trotzdem versuchen.
4. Vista ist eine Kopie von Mac OSX. Nein ist es nicht. Ein paar Beispiele: Die Gadgets waren schon in Longhorn (frühe Alpha) drin. Zu dieser Zeit gabs noch kein OSX und bestimmt keine Widgets. Auch die indexierte Suche ist sicherlich keine Kopie von Mac OSX. Auch schon in Windows XP gibt es einen Index und der wurde schlicht und einfach verberssert.
Nein Microsoft ahmt nicht ein einziges Betriebssystem nach, dazu ist man schon ein wenig zu wählerisch. Man klaut gleich von mehreren verschiedenen Projekten, Betriebssystemen und Philosophien.
Auch die Optik ist nich nachgeahmt sondern modern und zeitgemäss. Man könnte noch einige andere Dinge aufzählen.
Modern und zeitgemäß... modern, von mir aus aber zeitgemäß?
Wobei modern ja nicht unbedingt besser impliziert. Sicherlich isst das Auge auch mit und die Bedienung sollte ansprechend sein, aber wir reden hier immer noch von einem Betriebssystem, mit dem Leute z.B. in einer Firma arbeiten sollen.
Dei Optik sollte sich nicht in den Vordergrund drängeln, sondern in den Hintergrund treten, damit die Benutzer das machen können, wofür ein Betriebssystem da ist: den Rechner steuern und beherrschen.
Apropos Gadgets: endlich, wo es breite Displays gibt, da fällt den Mircosofties nix anderes ein, als diesen zusätzlichen Platz durch albernen Schnickschnack wieder zunichte zu machen.
Vista ist, und da bin ich mir sicher, das beste Microsoft-Betriebssystem das je hergestellt wurde.
Klar, und Zune wird den IPod verdrängen, die XBox ist besser als PS3 und Wii!!11!
Bevor Mista diesen Platz einnehmen will, muss es erstmal Windows 2000 verdrängen. Und das wird sicherlich nicht so schnell, wenn überhaupt passieren, dazu ist Mista viel zu gängelig und eingeengt (z.B. durch DRM).
Der Wechsel auf Vista lässt sich jedem der einen neuen PC kauft absolut empfehlen.
Du schreibst das so, als ob Benutzer, die einen neuen Rechner kaufen, eine Wahl hätten?!
Ich kann jedem Käufer eines neuen PCs mit Mista empfehlen sich an seinen Hersteller zu wenden und ein Downgrade auf XP zu beantragen.
Bei einem alten PC muss aber die Kompatibilität zu hundert Prozent stimmen, dass sich ein Umstieg nervlich lohnt.
100% sind nahezu unmöglich zu erreichen, außer bei Austausch fast aller Komponenten, so dass quasi ein neuer PC fällig wird. Erzähl das mal den Leuten, die vor einem Jahr einen PC gekauft haben und nun, von irgendwem angestachelt, unnötigerweise auf das neueste Hypeprodukt aus dem Hause Microsoft updaten wollen, das Paket schon rumstehen haben und es nicht installiert bekommen.
So, jetzt kannst Du Dich gerne weiter aufregen. Fakt ist: für ein Betriebssystem bietet Mista im Vergleich zu XP zu wenig neues (wohlgemerkt bezogen auf Betriebssystem), enthält zu viele unnütze Spielereien, ist unausgereift und gängelig (z.B. UAC), verwirrend (das fängt schon bei den verschiedenen Versionen an) und es kommt zu früh raus. Jeder IT Manager, der jetzt schon auf das Ding migriert, der sollte sofort gefeuert werden - bevor nicht Service Pack 2 draussen ist, kann man damit nicht professionell arbeiten. Wenn dann aber 2009 schon der nächste Sargnagel, ähh Inkarnation eines Betriebssystems rauskommt, dann kann man Mista auch gleich überspringen, es sei denn, Mista2 wäre noch mistiger, dann kann man auch bei XP bleiben, das wird ja zum Glück noch bis 2014 unterstützt.