Webdesign 1998: Vor Google, PHP 3 und Flash – wie alles wirklich lief

mo

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JSWelt und das Web 1998​


1998 war Chaos Standard. Webseiten wurden irgendwie zusammengebaut – meistens mit HTML-Tabellen, manchmal mit Frames, selten mit System. Dynamik? Gab’s, aber nur für Hartgesottene. PHP 3 war gerade erst aufgetaucht, lief aber längst nicht überall. JavaScript? Konnte kaum was, außer Fenstern aufpoppen und Formularen auf die Nerven gehen. Wer damals Webseiten baute, kannte: Browser-Crashes, Standards, die keiner einhielt. Jede Änderung eine Wundertüte. Komfort? Quasi nicht vorhanden. Vieles ging einfach nur irgendwie – nach dem Motto: Hauptsache, es läuft.

PHP 3 und Tabellen: Hauptsache, kein Totalausfall​


Dynamische Seiten liefen meistens mit PHP 3. Frameworks? Nicht mal als Wort bekannt. Quelltext: HTML und PHP wild gemischt, Übersicht eher Glückssache. Tabellen waren das Layout-Multitool – jeder Versuch, was anderes zu nutzen, endete meistens in Frust. CSS? Stand ganz am Anfang. Mehr als Schriftfarbe und Arial war selten drin. Wer Layouts wollte, verschachtelte Tabellen. Das Ergebnis: Jede Anpassung wurde zum Abenteuer. Responsive? Ein Fremdwort. Ziel: Seite darf nicht total zerschossen aussehen. Am Ende war man schon froh, wenn’s im IE 4 und Netscape halbwegs gleich aussah. Meistens nicht mal das.

Websuche vor Google: Wer suchet, der flucht​


Seiten finden? Glückssache. Google? Fehlanzeige. Es gab Yahoo, Altavista, Fireball – alles Verzeichnisse, keine echte Suche. SEO bedeutete: Meta-Tags befüllen, Keywords reinballern, Daumen drücken. Gelegenheit für Spammer: Hoch. Wer in so ein Verzeichnis kam, hatte Besucher. Wer nicht, blieb unsichtbar. Keine Algorithmen, kein Filter – nur Listen. Mal wurde eine Seite plötzlich gefunden, mal monatelang gar nicht. Traffic-Statistiken? Meistens geraten. Oder ignoriert.

SelfHTML: Survival-Kit für Webbastler​


Wer wissen wollte, wie irgendwas im Web funktioniert, landete früher oder später bei SelfHTML. Pflicht, wenn der Browser wieder mal was Eigenes machte. Die Seite: Mischung aus Nachschlagewerk und Community-Projekt. Half, wenn Netscape und IE sich mal wieder an gar nichts hielten. Viele haben dort ihr erstes Layout kopiert, dann angepasst, dann geflucht. JavaScript? Gab’s Beispiele, die mal gingen, mal nicht. SelfHTML war nie schick, aber immer hilfreich. Und ja: Ohne ging’s eigentlich nicht.

Flash: Alles bewegt sich, bis der Rechner abstürzt​


Ab Ende der 90er: Flash überall. Wer Animation wollte, nahm das Plugin – oder ließ es bleiben. Menüs, Banner, ganze Seiten. Sah spektakulär aus, solange das Plugin nicht abgestürzt ist. Ladezeiten? Hart an der Schmerzgrenze. Ältere Rechner: Lüfter auf Anschlag, dann Freeze. Trotzdem: Wer beeindrucken wollte, kam nicht drumrum. HTML5 und CSS3? Damals Zukunftsmusik. Flash hielt sich erstaunlich lange, bis es den Geist aufgab.

Rückblick: Basteln, Frickeln, irgendwie ging’s​


Webentwicklung 1998: Viel Handarbeit, wenig Standards, oft improvisiert. PHP 3, Tabellen, kaum CSS – alles andere als bequem. Google spielte keine Rolle. SelfHTML war Rettungsanker. Flash sorgte für Bewegung (und für Kopfschmerzen). Rückblick: Vieles wirkt krude, aber genau das war der Reiz. Wer heute mit Next.js und Tailwind rumbaut, profitiert von den Nerven, die damals gelassen wurden. Technik wechselt, Prinzip bleibt: Ohne Bastelei kein Fortschritt. Wer’s ruhig mag, hätte 1998 besser die Finger von Webseiten gelassen.

bye
mo
 

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