Piano al dente ;) to be continued

offensichtlich hatte er zuviel vergorenen Melonensaft getrunken. Oh gott wie peinlich. Es war zu spät um so zu tun als hätte ich ihn nicht bemerkt.

"Hey baby, whats uuup?" lallte er und knallte mit voller Wucht ne Melone auf unseren Tisch.
 
"Hey baby, whats uuup?" lallte er und knallte mit voller Wucht ne Melone auf unseren Tisch.

Nun dachten wir, das wir uns endlich etwas näher kommen könnten, denn eine allgemeine Sympathie hatte uns alle ergriffen, doch weit gefehlt.
Just in diesem Moment wurde die Doppelschwingtür zur Küche aprupt aufgestoßen und ein Koch in voller Montur stürzte wie ein Wahnsinniger heraus, rannte zum Ausgang und ward nicht mehr gesehen. Wir hatten noch den Satz, den er während seiner Flucht ausstieß, im Ohr ("Raaaaaaus mit euch...!") und versuchten diesen zu deuten, als wiederrum die Doppelschwingtür aufgestoßen wurde und ein riesiger Hummer versuchte, sich hindurch zu zwängen. Seine Zangen schnappten wie wild und gaben markerschütternde Geräusche von sich. Sekunden später hatte er es geschafft in den Gastraum zu gelangen und ergriff mit seinen monströsen Zangen alles, was sich um ihn herum bewegte.
Starr vor Entsetzen bemerkten wir die Melone, die in diesem Moment von einem herumfliegenden Arm vom Tisch gestoßen wurde.
Toll, dachte ich, wenigstens wird mein Tod nicht so langweilig werden wie der von anderen Leuten.
 
Stephan, der bisher noch nicht viel gesagt hatte sprang auf. Er kam mir gleich etwas anders vor, aber was nun kam hatte ich nicht erwartet.
 
Und in einem heroischen Akt sprang er über den Tisch hinaus direkt auf den Hummer zu. Mit seiner Dessertgabel stach er auf das Ungetier ein und durchbohrte dessen harten Panzer. Als das Monstrum allem Anschein nach tot war, erholte sich auch Stephan wieder von seinem Berserkerrausch und begab sich als sei nichts gewesen wieder an unseren Tisch.
 
Mir war nicht entgangen, das die Bewegungen Stephans keineswegs denen entsprachen, zu welchen normal anatomisch gebaute Menschen fähig waren.

Ebenfalls wunderte ich mich, das die Melone und auch alle Kampfspuren verschwunden waren. Als ich unauffällig unter den Tisch lugte, nahm ich einen dunklen Koffer wahr, der neben Stephan auf dem Boden stand. Der Koffer an sich war recht unscheinbar, wie ein jeder Vertreter ihn haben könnte. War der vorhin auch schon da? Wenn nur nicht an einer Ecke etwas rot schleimiges heraustropfen würde. So langsam wurde mir die ganze Sache unheimlich. Zumal die beiden Jungs nun so taten als wäre alles normal und nie etwas passiert. Oder hatte ich etwa ein Blackout? Flo saß ebenfalls völlig unberührt von den Geschehnissen neben mir und plauderte angeregt mit Paul.

Nun ja, vielleicht ist es besser mir nichts anmerken zu lassen.
 
Der weitere Abend verlief eigentlich ziemlich gemütlich ohne weitere Vorkommnisse. Die Beiden blieben mir jedoch bis zuletzt suspekt. Manchmal tuschelten sie mitten im Gespräch mit einander und die Fetzen die an mein Ohr drangen machten eigentlich nicht viel Sinn ("Ge-blitz-dingst" oder "Riesenschaben" war's glaub ich paarmal). Irgendwann hab ich dann einfach nicht mehr hingehört und mich auf das oberflächliche Gespräch und die Flirtversuche der Beiden eingelassen.
Als ich meinen Teller endlich leer hatte, musste ich allerdings dringendst aufs Klo (die Flasche Wasser auf dem Tisch hatte ich schliesslich fast alleine geleert). Doch es stellte sich dann bald heraus, dass das ein Fehler war...
 
Kaum das ich die Toilettentür geöffnet hatte blies mir ein derart eiskalter Luftstrom entgegen das ich durch den starken Wärmeunterschied hochgeschleudert und förmlich in hohem Bogen nach oben in den Raum gesaugt wurde. Mir wurde schwarz vor Augen. Wie lange dieser Zustand gedauert hatte weiß ich nicht, jedoch als ich erwachte war die Luft nicht mehr eisig, sondern recht angenehm temperiert, das Licht um mich herum war ziemlich hell, so das ich zunächst nur vorsichtig blinzeln konnte. Wo bin ich, wo sind die Anderen? oh je, hoffentlich ist das Alles nur ein Traum.
 
[ot] sorry, ich muß noch was ergänzen [/ot]

Okay, Bestandsaufnahme, ich atme, es ist hell, es ist warm, anscheinend lebe ich noch. Ich liege auf dem Boden. Nein, ich liege nicht auf dem Boden. Der Boden ist links unten vor mir. Oh - ich hänge an der Wand. Noch sehe ich etwas verschwommen, aber - ahh, ich hab nix an. Wo sind meine Klamotten hin? Was bedeutet der rote sich ausbreitende Fleck auf dem Boden links vor mir? Hilfe, ich verblute, ich will noch nicht sterben.

Aber ich bin nicht verletzt, es tut nichts weh. Und ausserdem bewegt sich der Fleck und er leuchtet so komisch. Die beste Entscheidung wäre jetzt wohl in Ohnmacht zu fallen, so wie die Frauen es früher taten, als sie noch unter einem Sonnenschirmchen auf die Straße traten und sich von Männern das Spitzentaschentuch aufheben ließen.
Ich verdrehe die Augen, aber es klappt nicht.

Ich kann mich nicht bewegen, es ist als ob eine unsichtbare Kraft mich an der Wand festhält. Plötzlich baut sich eine Figur vor mir auf. Stephan, endlich ein bekanntes Gesicht. Gerade will ich ihn fragen wie er denn jetzt in meinen Traum gekommen ist, da fällt mir auf das er ebenfalls unbekleidet ist. Und was mich am meisten wundert ist die Hummer-Arm-Prothese die er am linken Arm trägt.
Ich blicke instinktiv auf meinen linken Arm, kann aber leider den Kopf nicht so weit bewegen.
 
"Stephan, was ist hier los? Wieso häng ich hier an der Wand? Wieso hab ich nichts an? Mach mich los!"

"Sorry, aber Euch unbekannte Spezies haben Jahrtausende unter dem Eis der Arktis gelebt, bis Einer von Euren - ach so schlauen - Wissenschaftsexperten ein Team zusammenstellte, welches unbedingt ein Loch in die kilometerdicke Eisdecke bohren mußte und unseren Lebensraum dadurch mit Bakterien verseuchte.

Schlimm genug, das die Bedrohung durch die menschgemachte Klimaerwärmung der Erde schon so groß ist und die Zeit uns bereits davonläuft.

Ich gehöre einer Gruppe von Menschen an, welche sich für den Erhalt der Spezies einsetzt und habe mich freiwillig bereit erklärt, Andere davon zu überzeugen, das nicht alles was man ausprobieren kann, ausprobiert werden muß, weil die Folgen für den gesamten Planeten zerstörerisch sind.

Um jedoch wirkungsvoll als Kurier und Zuträger arbeiten zu können, mußte ich mich einer Operation unterziehen und teilweise DNA annehmen, die es mir ermöglicht auch in der Tiefe des arktischen Meeres überleben zu können.

Das Loch, welches mittlerweile aus den Bohrungen entstanden ist, und durch welches der Zugang zur Oberwelt besteht, läßt sich durch unsere Mittel nicht schließen, da sich die Wärme rasant schnell ausbreitet. Wir benötigen dringend technische und materielle Unterstützung."

Der Hummer, welcher im italienischen Restaurant geschlachtet wurde, war ein Kollege von mir.

Das Du in den Transporter-Kanal gelangt bist, war ein unglücklicher Zufall. Eigentlich sollte hiermit mein Kollege transportiert werden um zu retten was noch zu retten war. Dafür ist es nun leider zu spät. Du bist genau in dem Moment als wir ihn transportieren wollte mit in den Kanal gelangt und hast durch die unvorhergesehene Doppel-Transportation seine DNA teilweise angenommen."
 
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