open source ein heisses Eisen?

Open source Weg der Zukunft oder schädliche Philosophie?

  • pro

    Stimmen: 11 91,7%
  • contra

    Stimmen: 1 8,3%
  • weiß nicht genau was das bedeutet

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    12
  • Umfrage geschlossen .

bine

Lounge-Member
Wir haben noch nie drüber gesprochen.

Open Source, ist wohl letztendlich ein Politikum.

Vielleicht der erste Schritt in eine Welt wo Geld nicht mehr die alleinige Macht bedeutet? Der allen Willigen und kreativen Köpfen, die es sich sonst nicht leisten könnten, die Möglichkeit eröffnet an einer Basis wirklichen Fortschritts mitzuarbeiten?

Oder Software für Leute, die sich die wirklich guten Proggies, welche man teuer herstellen und bezahlen muß, nicht leisten können oder wollen? Open Source, eine Philosophie, die nur wirtschaftlichen Schaden anrichtet?

Mich interessiert Eure Meinung. Nicht nur im Poll, sondern auch kritische oder positive Meinungen/Argumente.
 
Zuletzt bearbeitet:
so lange es geld noch gibt, ist die es recht heikel was die wirtschaft angeht.

bei php etc. ist das so ne sache, weil es ja auch eine OS produkt ist. denoch denke ich das irgendwie die arbeit die man in die entwicklung von php - applikationen steckt honoriert werden muss ... denn man studiert und lernt sich nicht den kopf wund nur damit es heißt ... nein ich zahle dafür nicht, weil es ja OS ist und es überall im netz kostenlos verbreitet ist.

ich denke das das wort kostenlos, ehr der schlimmste virus ist der das netz unsicher. es herscht einfach keine wertschätzung mehr.
 
Ich denke man muß an allererster Stelle mal zwischen Freeware, Public Domain und OpenSource unterscheiden muss.

Freeware wird vom Hersteller zur unentgeltlichen Nutzung bereitgestellt. Die Rechte daran liegen aber beim Hersteller. Der Quelltext liegt in der Regel nicht vor.

Public Domain wird vom Hersteller zur allgemeinen und freien Benutzung freigegeben. Der Anwender darf damit machen, was er will. Es darf nach belieben weiterverbreitet werden. Der Hersteller verzichtet auf alle Rechte. Ob die Quelltexte vorliegen, liegt im Ermessen des Herstellers.

OpenSource ist frei verfügbar, in der Regel kostenlos, die Quelltexte liegen, wie der Name schon sagt, vor. OpenSource unterliegt jedoch einer Lizenz, meistens GPL oder LGPL, die dem Nutzer für die Veränderung und Weiterverbreitung bestimmte Regeln auferlegt. Diese beziehen sich aber nur darauf, dass man aus OpenSource durch Veränderung kein kommerzielles Produkt machen darf.

Der Vorteil von OpenSource liegt meines Erachtens darin, dass der Anwender frei entscheiden kann, was er mit dem Programm macht. Er kann selber Verbesserungen einfügen, eventuelle Fehler beheben, die Software für andere Betriebssysteme portieren und ähnliches.

Die Freiheit, dass jeder, der möchte auch Verbesserungen einbringen kann ist ein großer Vorteil. Somit ist die Entwicklung von OpenSource nicht vom Willen und den Ideen eines einzelnen Entwicklungsingenieurs oder einer Marketingabteilung abhängig. Entwickelt wird, was gebraucht wird. Für alle!

Monopole wie bei M$ sind somit nicht möglich. Wenn ich mit anschaue, dass M$ 30% seines Umsatzes als Gewinn ausweist, wird mir schlecht. Das heißt doch wir zahlen alle viel zu viel, nur um einige wenige reich zu machen.

Geld verdienen läßt sich mit OpenSource, besser gesagt mit dem Wissen darum, auch.
Wenn man beispielsweise bei iener Firma eine Serverfarm mit lauter Apachen aufbauen will, ist Know How gefragt. Das ist nicht trivial. Damit verdient man Geld, obwohl das Produkt kostenlos ist. Aber das Produkt ist gut, weil jeder nachlesen kann, wie es aufgebaut ist und Fehler so schneller gefunden werden. Jeder der mit IIS gearbeitet hat, weiß wovon ich rede.

Schaut Euch doch Mozilla an. Seit der OpenSource ist, hat der solche enormen Fortschritte gemacht, die vorher gar nicht denkbar gewesen wären, da immer proprietäre Interessen dahinter gesteckt haben.

Und im Hinblick auf die weitere Entwicklung des Internet, in dem kommerzielle, monopolistische und politische Interessen immer weiter die Oberhand gewinnen werden (siehe DRM, TrustedComputing), ist OpenSource unverzichtbar. Es wird auf lange Sicht die einzige Möglichkeit werden, sich frei mit anderen Menschen auszutauschen, ohne die Kontrolle durch Wirtschaft oder Staat.

Vielleicht erinnert ihr Euch an den entsprechenden Thread

Das hört sich zwar nach Endzeitstimmung an, die Anzeichen dafür sind aber unübersehbar!

Deshalb bin ich für OpenSource!
 
also ich benutz viele OpenSource Programme bzw. Programme die unter der gnu-gpl erschienen sind.

gimp, openoffice, apache,..... ohne die Openscourcebewegung wäre das netz nicht das was es jetzt ist, man denke nur mal an sendmail udn diese kleinen Tools die man meist gar nicht wahrnimmt, die aber da sind und das leben im netz sehr vereinfachen. Literaturtipp: "Glyn Moody: Die Softwarerebellen"
 
Eigentlich bin ich für OpenSource, man muss nur immer bedenken, welche folgen es hätte, wenn es nur noch OpenSource gäbe - Arbeitsplätze gehen massenweiße verloren, Produkte würden sich auseinanderentwickeln (nicht mehr kompatibel),...

Ich würde auch keine Produkte mehr entwickeln, wenn ich die Source veröffentlichen müsste!

Also für meine Produkte bin ich dagegen, für die der anderen für OpenSource ;)
 
OpenSource ist eine tolle sache aber man bedenke das die weiterentwicklung nicht nur in der software liegt. hardwareentwicklung braucht eine finanzielle basis und zu hardware gehört eben auch die entsprechende software. hier wird man wahrscheinlich nicht auf os-produkte stoßen(die gründe liegen auf der hand). es wird also noch sehr lange beides geben und das ist auch gut so.

das sich manche firmen bereichern läßt sich nicht ändern, so ist das wesen des menschen.

(der sozialismus war eine gute idee, nur die ausführung wird nie funktionieren)
 
Zuletzt bearbeitet:
Es wird immer beides geben. Man kann nicht alles OpenSource machen. Aber man sollte auch nicht alles kommerzialisieren. Ein gesundes Gleichgewicht sollte herrschen.

Das Hard-/Software-Argument verstehe ich nicht ganz. Vielleicht kannst Du es mal ein wenig erläutern.
 
mainboard=hardware - bios=software
grafikkarte=hardware - driver=software
autos und bordcomputer
industrie-roboter/maschienen
usw.

die software muß meist extra entwickelt werden damit das produkt läuft und diese investition will jeder hersteller beim verkauf wieder rausholen.
der vorteil ist auch das das produkt, da der kunde service braucht nicht so teuer verkauft werden muß da man beim service wieder entsprechend verdienen kann.
 
da werden sicherlich irgendwelche OS-entwickler auch bald einen kostenlose software für anbieten ... die mit den meisten der produkte kompatibel ist. ;)
 
BIOS und Treiber sind notwendige Übel, die der Hersteller zwangsweise entwickeln müssen, um ihr Produkt verkaufen zu können. Die Entwicklungskosten der Hardware dürften allerdings bedeutend höher sein als die der Treiber. Zahlen muß der Kunde.

Die Software für Maschinen und Kleinseriencomputer wird immer kommerziell bleiben, da der Aufwand in keiner Relation zum breiten Nutzen steht.

Der Service ist das beste Argument für OpenSource. Siehe Apache, MySQL, Sendmail usw. Damit kann man Geld verdienen.

[edit] Da bin ich überholt worden :D [/edit]
 
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ja, dann ist das halt so :D. aber nicht jede firma/konzern macht da mit sondern entwickelt dagegen bzw bringt ein moderneres produkt mit eigener SW auf den markt. um sich zu behaupten, zu bestehen und auch weiter neues entwickeln zu können wofür man wieder die finanzielle grundlage braucht.
das ist eben handel.

(ihr müsßt ja nicht unbedingt meine beispieleprodukte nehmen)
 
Vielleicht sollte man zwischen Standardsoftware und Individualentwicklung unterscheiden:
- Standardsoftware sind die Tools die man einsetzt, benutzt, installiert, ausliefert, voraussetzt, usw.
- Individualentwicklung ist das, was man dann mit diesen Tools macht.
Wenn Standardsoftware Opensource ist, dann bedeutet das für mich, daß ich Lizenzkosten sparen kann, daß ich ein Tool bekomme, welches von Grund auf neu entwickelt wurde, es hat bestimmte Schwächen und bestimmte Stärken, aber ich kann es kostenlos nutzen. Und ich kann es sogar meinen Wünschen entsprechend umprogrammieren, ohne daß ich mich darum scheren muß, was der / die Entwickler dazu sagen. Ob ich die mit diesen Tools erstellten Erzeugnisse (HTML Seiten, Bilder, Scripte, Programme, usw.) dann ihrerseits unter Open Source stelle, liegt i.d.R. ganz bei mir.

Ein Kunde wird in den seltensten Fällen eine OpenSource Lösung finden, die seinen Ansprüchen / Anforderungen gerecht wird, da er ja $Feature haben will, daß $Software nicht bietet.
Und selbst wenn es nur um die Installation oder das Customizing geht wird der Kunde ggfs. auf die Hilfe eines Dienstleisters angewiesen sein. OpenSource genauso wie Closed Source zielt darauf ab eine möglichst allgemeingültige und flexible Lösung für ein Problem zu finden. Kunden haben aber konkrete und ganz spezielle Probleme. Und da ist es eben wie in der Fertigung: Massenfertigung ist billig, Einzelstücke kosten richtig Kohle.

Gerade im Webdesign / Webdevelopment ist Opensource schon ein alltäglicher Begleiter, durch OS hat so manch einer schon einige Aufträge abwickeln können und wird dies auch in Zukunft tun. Und das alles ohne daß es unbedingt bewußt wahrgenommen wird, daß OS der Grund war, warum das Projekt erfolgreich war oder überhaupt zustande kam, obwohl das Projekt ohne OS vielleicht nicht hätte abgewickelt werden können. Ohne Apache, PHP und mySQL würde viele jetzt mit ASP, JSP + Servlets (ach nee Java wird ja vielleicht auch bald OS...), Coldfusion oder ähnlichem rumschlagen. Als Datenbank kämen nur teure, resourcenfressende Server wie MSSQL, Oracle, usw. in Frage, die man sich als Webentwickler fast gar nicht leisten kann, und man eigentlich keine DB-basierten Anwendungen stricken kann, weil man es nicht testen kann. Hosting wäre teurer, weil jeder Provider Lizenzkosten für IIS, MSSQL und ASP zahlen müßte.
Mit OS kann ein jeder mit minimalen finanziellen Aufwand in das Geschäft des Webdesigns einsteigen und loslegen. Das mag zwar nicht unbedingt positiv für die sein, die schon im Geschäft sind, weil dann möglicherweise Kunden abwandern und sie Angst um ihr Business haben müssen, aber Konkurrenz belebt das Geschäft und Konkurrenten wird es immer geben, seien es Billigprodukte aus dem Ausland oder der Schüler von nebenan der in Webdesign macht. Entweder man lebt damit, kontert oder ignoriert es, oder man löst das Gewerbe auf und sucht sich einen Job am Fliessband.

Ich bin für Open Source, weil speziell Microsoft hat schon lange genug die Oberhand in viel zu vielen Dingen, und seit OS hat Microsoft zum ersten Mal einen echten Gegner.
Ich versuche auch ständig neue Entwicklungen, neue OS Produkte zu finden, testen, bewerten, um sie ggfs. für einen zukünftigen Projekteinsatz vorzumerken. Wenn ich eine freie Software einsetzen kann, dann verringert das z.B. den Endpreis meines Angebotes, was dann dafür sorgen (kann), daß ich den Zuschlag bekomme, $Konkurrent erst eine Individualentwicklung machen will, oder er $Produkt als Lizenz verkaufen will, während ich lediglich den Zeitaufwand für Installation und Customizing von $Software in Rechnung stelle.
Ich denke wir leben in interessanten Zeiten (speziell was Software angeht), denn die OS Bewegung gewinnt immer mehr an Fahrt und Anhängern und in nicht allzu ferner Zukunft wird in vielen Bereichen OS als echte Alternative zu CS auch von der breiten Masse erkannt.

Beim Aldi wird es PCs mit Linux geben, es werden auch weiterhin Webseiten erstellt und PHP Scripte geschrieben, das Leben geht weiter.
 
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