
Was macht n8n überhaupt?
n8n bastelt automatisierte Abläufe zwischen Tools, APIs und Webdiensten. Also: Daten schubsen, Kram synchronisieren, Benachrichtigungen schicken. Das kennt man von Zapier oder Make – nur läuft n8n auf eigenen Servern. Kein Monatsabo, keine Limits pro Aktion. Kontrolle und Datenschutz? Ja. Aber auch: Alles selbst einrichten, pflegen, debuggen. Agenturen mit Kunden, für die DSGVO mehr als nur ein Buzzword ist, merken schnell: Das Argument zieht.
n8n, Zapier, Make – wo trennt sich die Spreu?
Alle drei nehmen einem Routinekram ab. Unterschiede? Ein paar, die wehtun können:
- Kosten: Zapier und Make rechnen pro Aktion ab. Bei zehn Kunden und ein bisschen Social-Media-Automation? Zack, plötzlich dreistellige Monatsrechnung. n8n beim Selbsthosting: Null Euro pro Workflow, nur Serverkosten. Je nach Volumen sind das Hunderter oder Tausender im Jahr, die nicht an SaaS gehen.
- Hosting und Datenschutz: Zapier/Make = Daten durch US-Server. n8n: Eigener Server, eigene Regeln. Nichts wandert ungefragt in die Cloud. Wer für Mittelständler arbeitet, weiß, wie schnell das zur Pflichtübung wird.
- Flexibilität: n8n lässt JavaScript-Logik direkt im Flow zu. Sonderlocken, API-Bastelei, kleine Workarounds – geht alles. Zapier/Make liefern viele vorgebaute Module, aber bei echten Sonderfällen ist Schluss.
- Open Source: Quellcode? Bei n8n offen. Wer will, kann Nodes bauen, Bugs patchen, tief reingrätschen. Bei den anderen: nur Tickets und Support-Formulare.
- Community und Support: Zapier hat mehr Nutzer, n8n mehr Tüftler. GitHub, Foren, Discord – Hilfe kommt meist von anderen Entwicklern. Wer schnell Antworten braucht, muss manchmal suchen oder selbst schreiben.
Alltag in der Agentur: Wozu braucht man das?
Standardfälle sind selten. Typischer Workflow? Beispiel:
- Kunden-Onboarding: Vertrag unterschrieben, automatisch Jira-Projekt anlegen, Slack-Channel eröffnen, CRM befüllen. Kein manuelles Copy&Paste mehr.
- Content & Social Media: Blogpost fertig, raus damit auf LinkedIn und Co, Shortlink generieren, Analyse-URL dran. Spart mindestens eine halbe Stunde pro Veröffentlichung.
- Reporting/Monitoring: Analytics ziehen, PDF bauen, per E-Mail rausschicken – automatisch, jede Woche. Gerade für Kunden mit Reporting-Tick Gold wert.
- Support-Tickets & Chatbots: Tickets aus dem Kontaktformular direkt in Slack oder Telegram, Standardantworten via Bot. Kleine Erleichterung, große Wirkung, wenn das Postfach sonst überquillt.
- Datenmigration/Synchronisation: CRM und Buchhaltung sprechen nicht miteinander? n8n schiebt Daten quer, auch wenn die Hersteller das eigentlich nicht vorgesehen haben.
Meine Einschätzung nach 30 Jahren Webentwicklung
n8n lohnt sich, sobald die SaaS-Kosten für Automatisierung explodieren. Beispiel aus dem Alltag: Zehn Kunden, jeweils individuelle Workflows, monatlich 1.500+ Aktionen. Bei Zapier oder Make kostet das locker vierstellig im Jahr. Bei n8n? Einmal Server aufsetzen, dann nur noch Wartung und Updates. Spart auf Dauer nicht nur Geld, sondern auch Nerven – falls das Team sich auskennt.
Allerdings: Einstiegshürde ist kein Witz. Installation braucht Linux-Grundwissen, Updates können Dinge zerschießen. Ein Node-Update legt plötzlich alle Webhooks lahm – schon erlebt, nachts um drei. Wer nicht regelmäßig patcht oder Backups testet, schaut im Ernstfall blöd aus der Wäsche. Kleine Agenturen oder Solo-Freelancer, die keine Lust auf Serverpflege haben, sind mit SaaS oft entspannter unterwegs.
Integrationen? Inzwischen fast alles, was REST oder Webhooks spricht, kriegt n8n zum Laufen. Aber: Wer ein CRM aus dem Jahr 2004 anbindet, muss manchmal eigene Nodes schreiben. Oder sich durch Foren wühlen, bis ein Workaround steht. Alltag für Entwickler, Horror für reine Klick-User.
Wann lohnt sich der Aufwand?
n8n macht Sinn, wenn
- viele Workflows laufen,
- Datensicherheit oder Compliance Pflicht sind,
- eigene Skripte/Logik gebraucht werden,
- und DevOps kein Fremdwort ist.
Für den Standard-Newsletter-Workflow mit zwei Tools reichen Zapier oder Make. Wer 20 Projekte parallel betreut, sollte n8n wenigstens mal im Docker testen. Die Einarbeitung amortisiert sich spätestens mit dem zweiten größeren Kunden. Ausnahme: Wer keinen Bock auf Server-Fehler hat, bleibt besser beim SaaS-Tarif.
Weiterlesen (Teil 2–4 dieser Serie)
- Teil 2: n8n mit Docker aufsetzen
- Teil 3: Erste Workflows bauen
- Teil 4: Telegram-Bot mit n8n
bye
mo
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