fr3n
New member
http://www.n24.de/boulevard/nus/?n2005021611462000002
16. Februar 2005
![]()
Mann droht Hinrichtung wegen gestiegenem IQ
In den USA droht einem Mann die Hinrichtung, weil er während seiner Zeit im Gefängnis sein Gehirn trainiert hat. Es handelt sich dabei um den zuvor als geistig behindert eingestuften Daryl Atkins, der 2002 bekannt wurde, als das höchste Gericht der USA anhand seines Falls entschied, dass die Hinrichtung geistig Behinderter verfassungswidrig und damit verboten sei.
Heute, drei Jahre später, muss ausgerechnet der Häftling, der indirekt Dutzenden anderen zum Tode verurteilten die Hinrichtung ersparte, fürchten, selbst getötet zu werden. Das Problem: Tests haben ergeben, dass er in den Jahren seiner Haft "klüger" geworden ist. Das könnte dazu führen, dass Atkins nicht mehr als geistig Behinderter gilt - und deshalb auch nicht von der Hinrichtung verschont wird.
Experten halten es für möglich, dass der Häftling durch die ständigen Gespräche mit seinen Verteidigern während der Berufungsanträge intellektuell stimuliert wurde. "Das ist wirklich ein besonders tragischer Fall", sagt Richard Dieter vom Todesstrafen-Informationszentrum in Washington. "Atkins' Beitrag zu einem Ende der Hinrichtungen geistig Behinderter könnte sein eigenes Ende bewirken."
Mord mit 18 Jahren
Atkins war 18 Jahre alt, als er zusammen mit einem Komplizen im Staat Virginia einen Mann entführte, ihn dazu zwang, Geld von einem Bankkonto abzuheben und ihn dann erschoss. Er wurde zum Tode verurteilt. Tests ergaben dann jedoch, dass sein Intelligenzquotient nur bei 59 lag. Die Grenze zur geistigen Behinderung liegt in Virginia bei 70.
Bei zwei neuen Untersuchungen - die eine kürzlich, die andere im vergangenen Jahr - kam Atkins dann jedoch auf 76 beziehungsweise 74. Staatsanwältin Eileen Addison sieht sich damit in ihrer Überzeugung bestätigt, dass Atkins nie geistig behindert war und die Hinrichtung verdient.
(N24.de, Netzeitung)