Ist eMail noch zu retten?

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Spammer zwingen ihre Gegner in die Knie

Spammern ist bisweilen jedes Mittel recht, um aktive Gegner des Werbemülls zu bekämpfen. Offenbar haben sie immer öfter Erfolg damit. Am gestrigen Dienstag stellten zwei weitere Antispam-Dienste ihre Arbeit ein, weil sie nach eigenen Angaben den gezielten Attacken von Spammern nichts mehr entgegenzusetzen hatten. Anzeige


Die Website Monkeys.com hatte bis dato Infos rund um die Spam-Bekämfung sowie Blacklists für offene Proxies, Relays und Formmail-Skripte angeboten. In einer Mail erklärte der frustrierte Betreiber Ronald Guilmette, warum er den Kampf gegen Spam jetzt aufgibt: "Ich gestehe, dass ich sowohl die Raffinesse als auch die brutale Böswilligkeit des Feindes unterschätzt habe."

In den vergangenen Wochen sei sein Server immer wieder DDoS-Attacken ausgesetzt gewesen. Er ist sich sicher, dass Spammer dahinterstecken, die ihm das Leben schwer machen wollten. Der "kleine Ron Guilmette und Monkeys.com haben dagegen keine Chance", schrieb er. Seine Blocklisten werde er zwar noch weiter bereitstellen, allerdings als leere Dateien ohne jeden Listeneintrag.

Auch der Provider Compu.Net pflegt seine bisher unter blackhole.compu.net abrufbaren Blocklisten ab sofort nicht mehr. Spammer haben die Compu.Net-Domain massiv als scheinbare Absender-Domain in ihre unerwünschten E-Mails eingebaut, schrieb Firmen-Administrator Bill Larson. "In der letzten Woche erhielten wir über 12.000 gebouncte E-Mails, hunderte Beschwerden und einige Drohungen." Die Firma sehe sich durch ihr Engagement gegen Spam einem Risiko ausgesetzt, das sie nun nicht mehr tragen könne.

Die Methode, reale Domains in das frei wählbare "From"-Feld in Spam-Mail-Headern einzutragen, greift mehr und mehr um sich. Mail-Server, die bekannte und vielfach publizierte Domains verwalten, sehen sich immer öfter dererlei Attacken ausgesetzt. Die SMTP-Server des Heise-Zeitschriften-Verlags erhielten am heutigen Mittwoch von 6 Uhr bis zum Mittag (Stand: 14 Uhr) beispielsweise rund 50.000 unzustellbare und daher zurückgeschickte Spam-Nachrichten ("Bounces") mit gefälschter Heise-Absenderadresse von Mail-Systemen aus aller Welt -- ein Tag ohne außergewöhnliche Vorkommnisse für den Postmaster. (hob/c't)
http://www.heise.de/newsticker/data/hob-24.09.03-000/

Traurig :(.

Kennt ihr andere Anbieter solcher Blacklists für offene Proxies, Relays und Formmail-Skripte?
 
Zuletzt bearbeitet:
ja: strato. siehe hier. ich bekomm täglich auch ca. 1000 solcher mails. die versuchen angeblich das problem seit wochen in den griff zu kriegen. das einzige, was sie jedoch wirklich getan haben, ist ihren kunden gegen aufpreis software zur verfügung zu stellen. eigentlich ein fall für den verbraucherschutz.
 
Sicherer Arbeitsplatz: Postmaster!

Zukünftiger Arbeitsplatz: Spam-Detektive!

Aber ehrlich, das kann doch nicht sein, das man davor die Waffen strecken, bzw. soviel Spam hinnehmen muß.

Spräche eigentlich was dagegen oder ginge es das "frei wählbare "From"-Feld in Mail-Headern" dahingehend abzuändern das es nicht mehr frei wählbar ist?
Oder schneidet man sich damit woanders?
 
Das ist technisch nicht machbar. Es sei denn man würde dafür eine Authorisierung einführen. Das hieße, derjenige, der Mails verschicken will muß sich seine Adresse zertifizieren lassen. Per Sackpost versteht sich. Diese Zertifizierung müßte dann jedesmal wenn eine Mail verschickt wird auf zentralen Servern geprüft werden. Das Zertifikat muß so verschlüsselt sein, dass es nicht zu knacken ist.
Aber der Verwaltungsaufwand dabei wäre so hoch, das ein Zertifikat ne ganze Menge Euros kosten würde. Außerdem würden jährliche Gebühren anfallen. Freemailer wären somit obsolet. Und wer will schon zahlen für Mails? Das wäre dann schon á la Sackpost, so mit Breifmarke und so....

Ich denke es gibt momentan keine Lösung für das Problem. Es müssten ja alle mitmachen, egal wer und egal wo. Und das ist utopisch, das funktioniert nicht.

Alle anderen denkbaren Lösungen, z.B. Einfügen der Mailadrese auf dem smtp-Server können mit eigenen Servern umgangen werden.

Also werden wir damit leben müssen.
 
Naja eine triviale allerdings utopische Lösung wäre es auf globaler Ebene Spammen zu illegalisieren und ebenso das bereitstellen freier Mail Server.
 
Und wer soll die ganzen Polizisten bezahlen, die das alles kontrollieren? Und wer hindert einen Spammer daran sich selber einen Mailserver hinzustellen? Möglicherweise in der Antarktis, was ja rechtsfreie Zone ist.

Es scheint keine praktikable Lösung dafür zu geben.
 
Und wer soll die ganzen Polizisten bezahlen, die das alles kontrollieren?
Wegen der extrem hohen Zahl an Spammern scheint es utopisch zu sein.
Allerdings ist die Anzahl auch nur so hoch, weil so gut wie nix dagegen getan wird.

Und wer hindert einen Spammer daran sich selber einen Mailserver hinzustellen?
Die Exekutive.

Möglicherweise in der Antarktis, was ja rechtsfreie Zone ist.
Das fällt dann in die Verantwortung seines Providers, der nicht in der Antarktis sitzt.
 
Das ist mal wieder eines der Probleme, die entstehen weil das Internet noch viel zu oft eine Art "rechtliches Vakuum" darstellt...

Während sich der Rest der Welt um Jugendschutz, Verfassungen und Staatssysteme streitet, kann im Internet jeder (oftmals) seinen Blödsinn mit einem Schlag weltweit publizieren und viele nehmen dann denn letzten Mist auch noch ernst, da alle anderen Medien wesentlich besseren Kontrollen unterliegen....

zum eMail-Problem:
Also mich nervt das auch gehörig... aber mal ernsthaft: Wer hat etwas anderes erwartet? - Wie jeder kostenlose Service und jedes Medium wird es auch von Werbung durchsetzt und wie bei Fernsehen, Radio etc. muss man sich eben dran gewöhnen...

So weit ich weiss hat MS mal wieder was ausbaldoofert mit den oben angesprochenen Zertifikaten. Aber einem privaten Industriegiganten die Gedanken der ganzen Welt vor die Füße zu werfen halte ich nicht für sonderlich klug....


greetz

.:lay-z-cow:.
 
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