anna55
New member
Heute las ich in der Prinausgabe der FAZ diesen Artikel:
Blogger versus Printmedien
Handelsblatt Redakteur Thomas Knüwer hatte sich in seinem Blog 'Indiskretion Ehrensache' mit dem Teil seiner Zunft, die nicht im Internet bloggt, scharf auseinandergesetzt:
Als Thomas Knüwer der Wind dann so unvermittelt ins Gesicht blies, reagierte er schnell - und löschte den Eintrag. Ein genialer Einfall, sein Blog noch mehr ins Gespräch zu bringen, denn jetzt beschäftigten sich nicht nur die Blogger, sondern auch die restliche Presse mit dem 'Vorfall':
Im Internet bekämpfen sich Handelsblatt-Redakteure - zur Freude der Blogger-Szene titelt die Süddeutsche.de.
Der gelöschte Kommentar ist inzwischen wieder online. Schon vorher war der Wortlaut im Internet verteilt worden. Das Netz vergisst nicht.
Blogger versus Printmedien
Handelsblatt Redakteur Thomas Knüwer hatte sich in seinem Blog 'Indiskretion Ehrensache' mit dem Teil seiner Zunft, die nicht im Internet bloggt, scharf auseinandergesetzt:
Da hat sich manch ein nicht bloggender Journalist angegriffen gefühlt, so auch Sönke Iwersen aus der eigenen Redaktion. Am 03.12.2008 - 13:43 beschrieb er dann im Kollegenblog 'Indiskretion Ehrensache' seine Sicht der Dinge:Da gibt es jene, die versuchen, sich neu zu orientieren. Und andere, die sich weiterhin beständig dem Sturm entgegenstellen. Letztere sind die, die scheitern werden.
(...)
Soll unser Berufsstand weiterhin eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen, müssen viele, viele Kollegen eine geistige 180-Grad-Wende vollführend. Leicht wird das nicht. Und die Hoffnung, dass dies tatsächlich passiert ist leider gering.
Lieber Thomas,
Bei aller kollegialer Zurückhaltung: mir ist kein Journalist bekannt, bei dem Selbstdarstellung und Realität derart auseinanderklaffen wie bei Dir. Vielleicht könntest Du die permanente Selbstbeweihräucherung mal kurz unterbrechen und erklären, warum Deine fantastische Verdrahtung über Xing, Facebook, Twitter und Co. so wenig journalistischen Mehrwert bringt. Wenn es tatsächlich so wäre, dass diese Kommunikationswege neue Infos erschließen – warum kommen die Scoops im Handelsblatt dann nicht von Dir, sondern immer von anderen Kollegen?
Man kann Dir oft dabei zusehen, wie Du selbst in Konferenzen ständig mit Deinem Telefon herumdaddelst. Vielleicht twitterst Du nur grad, dass Du grad gern einen Keks essen würdest – wer weiß das schon. Jedenfalls führt das Ganze nicht dazu, dass Du das Blatt laufend mit Krachergeschichten füllst. Bieterkampf bei Yahoo? Neues vom Telekomskandal? Untergang von Lycos? Das alles wären doch Themen, zu denen Dir, dem hyper-vernetzten Journalisten, die Insidernachrichten zufliegen könnten. Tun sie aber nicht. Stattdessen stellst Du gern mal eine Nachricht als exklusiv vor, die morgens schon über Agentur lief oder in der New York Times stand.
Ich verstehe einfach nicht, warum Du ständig diejenigen Kollegen runtermachst, von deren Geschichten Du selbst lebst. Eine große Zahl Deiner Blogeinträge basiert doch auf Artikeln Deiner Print-Kollegen, zu denen Du dann einfach Deinen Senf dazugibst. Ohne die von anderen recherchierten Grundlagen hättest Du da nichts zu schreiben.
Du behauptest, die Journalisten müssten sich ändern und meinst damit wohl, sie müssten so werden wie Du. Es ist aber so, dass die meisten Kollegen gar kein Interesse daran haben, Nachrichten einfach nur wiederzukäuen, so wie Du.
Es ist Dir ja unbenommen, in Deinem Blog eine Art Resteverwertung zu betreiben. Aber bitte verkauf das nicht als Zukunft des Journalismus.
Als Thomas Knüwer der Wind dann so unvermittelt ins Gesicht blies, reagierte er schnell - und löschte den Eintrag. Ein genialer Einfall, sein Blog noch mehr ins Gespräch zu bringen, denn jetzt beschäftigten sich nicht nur die Blogger, sondern auch die restliche Presse mit dem 'Vorfall':
Im Internet bekämpfen sich Handelsblatt-Redakteure - zur Freude der Blogger-Szene titelt die Süddeutsche.de.
Der gelöschte Kommentar ist inzwischen wieder online. Schon vorher war der Wortlaut im Internet verteilt worden. Das Netz vergisst nicht.